Foto: Heinz Linduschka

 

Ohrenschmaus und Gaumenkitzel

145-jähriges Bestehen:
Gesangverein feiert im alten E-Werk - Werbung für Klingenberg - Spaß am Musizieren

 
Klingenberg Nach über drei Stunden war die Zufriedenheit groß im alten E-Werk. 140 Besucher hatten etwa 20 Chorsätze von knapp 80 Sängern gehört, durften sich über neun Gaumenkitzel freuen und genossen ein schönes Gemeinschaftsprojekt, an dem sich viele Klingenberger beteiligt hatten.
Musikalische Weltreise. Die Idee hatten Brigitte Ruppert, die zusammen mit Jürgen Dölger auch für die kurzweilige und humorvolle Moderation des Abends sorgte, und ihre Kollegin aus dem Vorstand des Gesangvereins Klingenberg, Maria Fenn.
Zusammen mit dem jungen Chor DaCapo begeisterten die Klingenberger zunächst mit Zulu-Rhythmen, bevor sie mit Volksliedern eine kleine Weltreise antraten. Ein Höhepunkt des Konzerts war zugleich eine Art Europapremiere: die stimmungsvollen "Three Australian Bushsongs", die einen Tag im australischen Busch musikalisch nachempfinden ließen, abgerundet durch eine geschickte Lichtregie und souverän dirigiert von Olga Bohn-Kaliankina. Die Chorleiterin bildete an diesem Abend so etwas wie den Ruhepol in dem phantasievollen Wechsel.
Sie leitet nicht nur den Chor des Gesangsvereins und des Chors DaCapo, unter ihrer Regie trat auch der Chor Cantiamo aus Marktheidenfeld auf, der mit harmonischen Stimmen und ausgeprägter Dynamik das Programm abrundete. Der geschlossene Auftritt mit schönem Sopransolo im lateinamerikanischen "Te quiero" und das Klangbild im atmosphärisch dichten "Amezaliwa" beeindruckten besonders.
Musikalische Grenzen gab es an diesem Abend nicht, und es ging weniger um schwierige Chorliteratur. Es ging um Spaß am Singen und Musizieren, um gute Laune bei gepflegtem und harmonischem Gesang. Ganz wichtig war vor allem bei den rhythmisch betonten Titeln die Mitwirkung von Instrumentalisten: Christoph Waigand am E-Bass, Philipp Becker an den Drums, Tobias Kautz an der Percussion (alle aus Erlenbach) und die Pianistin Swetlana Klippert aus Bessenbach begleiteten den Auftritt der Akteure.
Es war ein rundum gelungener Abend, für den das alte E-Werk - 1898 erbaut, 1924 stillgelegt, seit 1973 denkmalgeschützt - den passenden Rahmen gab. (Heinz Linduschka)